Wer in Emden nach „Elektriker" sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Erst darunter beginnt die normale Trefferliste. Diese drei Plätze heißen im Fachjargon Local Pack, und für einen Handwerksbetrieb sind sie mehr wert als Platz eins der organischen Suche.
Das Entscheidende daran: Was dort steht, kommt nicht von Ihrer Website. Es kommt aus Ihrem Google-Unternehmensprofil.
Wer sein Profil optimieren will, hat dafür genau sieben Stellschrauben. Die meisten davon sind in zwanzig Minuten erledigt – sie werden nur selten angefasst, weil kaum jemand weiß, dass es sie gibt.
Dieser Ratgeber ist zum Selbermachen gedacht. Sie brauchen dafür nichts weiter als den Zugriff auf Ihr eigenes Profil.
Warum ist das Google-Unternehmensprofil wichtiger als die eigene Website?
Ein Kunde mit einem verstopften Abfluss liest keine Startseite. Er sucht eine Telefonnummer, sieht auf die Bewertungen, prüft die Öffnungszeiten und ruft an. Das alles passiert in der Google-Ansicht — die Website wird oft gar nicht mehr aufgerufen.
Deshalb gilt für lokale Betriebe eine unbequeme Reihenfolge: erst das Profil, dann die Website. Ein gepflegtes Profil ohne Website bringt mehr Anrufe als eine schöne Website ohne Profil.
Welche Einstellungen im Google-Unternehmensprofil zählen wirklich?
1. Die Hauptkategorie
Sehen Sie zuerst nach, was in Ihrem Profil als Hauptkategorie eingetragen ist. In vielen Profilen steht dort das, was beim Anlegen zuerst vorgeschlagen wurde – und genau diese Angabe bestimmt mit, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Frage kommen.
„Bauunternehmen" und „Trockenbauunternehmen" sind zwei verschiedene Welten. Nebenkategorien helfen zusätzlich, ersetzen aber nie eine falsch gewählte Hauptkategorie.
2. Name, Adresse, Telefon überall gleich
NAP steht für Name, Address, Phone. Gemeint ist dieselbe Schreibweise an jeder Stelle, an der Ihr Betrieb im Netz auftaucht.
Gehen Sie Ihr Profil dafür Zeile für Zeile mit Impressum, Branchenverzeichnissen und Ihren Social-Media-Seiten durch. Abgekürzte Straßennamen, alte Telefonnummern und verschiedene Firmierungen machen es Google unnötig schwer, die Einträge demselben Betrieb zuzuordnen.
3. Bewertungen – und Antworten darauf
Die Anzahl zählt, der Schnitt zählt, aber am meisten zählt die Aktualität. Zwölf Bewertungen aus dem letzten Jahr wiegen schwerer als vierzig aus 2019.
Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die guten. Das ist kein Höflichkeitsritual: Antworten sind ein Signal, dass das Profil aktiv betreut wird. Bei einer schlechten Bewertung ist die Antwort ohnehin nicht für den Verfasser gedacht, sondern für die nächsten hundert Leser.
4. Leistungen einzeln pflegen
Im Profil lassen sich einzelne Leistungen anlegen — jede mit eigenem Namen und eigener Beschreibung. Die meisten Betriebe lassen dieses Feld leer.
Legen Sie dort die Arbeiten an, nach denen Ihre Kunden wirklich suchen – also „Rohrreinigung", „Abflussverstopfung" oder „Kanalinspektion" statt nur „Sanitär".
5. Echte Fotos, regelmäßig
Nicht die Stockfotos aus dem Baukasten. Fahrzeug, Werkstatt, Team, fertige Arbeiten. Google zeigt Profile mit Fotos deutlich häufiger an, und Kunden klicken sie eher.
Ein Foto im Monat genügt. Es geht um Bewegung, nicht um eine Galerie.
6. Beiträge im Profil
Das Profil hat eine Beitragsfunktion, die fast niemand nutzt. Ein kurzer Beitrag alle paar Wochen — ein abgeschlossener Auftrag, eine Änderung der Öffnungszeiten, ein saisonaler Hinweis — hält das Profil sichtbar aktiv.
7. Antworten auf typische Kundenfragen
Den früheren Frage-Antwort-Bereich unter dem Profil gibt es nicht mehr. Die Fragen Ihrer Kunden bleiben trotzdem – nur die Antworten gehören jetzt an andere Stellen.
Nehmen Sie die fünf Fragen, die Ihnen ohnehin täglich am Telefon gestellt werden, und beantworten Sie sie dort, wo Kunden nachsehen: in der Profilbeschreibung, in den Leistungstexten und auf Ihrer Website. Öffnungszeiten, Zahlungsarten und Einsatzgebiet gehören vollständig ins Profil.
Was ist im Google-Unternehmensprofil nicht erlaubt?
Keyword-Stuffing im Firmennamen. Aus „Müller GmbH" wird „Müller GmbH – Sanitär Heizung Notdienst Emden". Das wirkt kurzfristig und ist ein klarer Verstoß gegen die Google-Richtlinien. Wird es gemeldet — und Mitbewerber melden das —, kann das Profil gesperrt werden.
Bewertungen kaufen. Google erkennt Muster inzwischen zuverlässig. Der Schaden ist größer als der Nutzen.
Wie lange dauert die Optimierung?
Die Ersteinrichtung ist an einem Nachmittag erledigt. Sichtbar wird es meist nach vier bis acht Wochen — Local SEO ist langsamer als bezahlte Anzeigen, hält dafür aber an.
Die eigentliche Arbeit beginnt danach: Bewertungen einsammeln, antworten, Fotos nachlegen. Ein Profil ist kein Projekt, sondern eine Gewohnheit.
Kurz zusammengefasst
Prüfen Sie diese Woche drei Dinge: Stimmt Ihre Hauptkategorie? Sind Name, Adresse und Telefonnummer überall wortgleich? Wann kam die letzte Bewertung?
Wenn eine der drei Antworten unbefriedigend ist, liegt dort mehr Potenzial als in jeder Neugestaltung Ihrer Website.
Keine Zeit dafür?
Die sieben Schritte sind kein Hexenwerk, aber sie kosten einen Nachmittag – und danach beginnt die eigentliche Arbeit mit den Bewertungen. Wenn Sie das abgeben möchten: Was ich an einem Profil im Einzelnen mache, steht auf der Seite Google-Unternehmensprofil optimieren lassen, die Pauschalen dazu auf der Seite Preise und Pakete.
Häufige Fragen
- Was ist das Google-Unternehmensprofil?
- Der kostenlose Eintrag, aus dem Google die Kartenansicht und den Info-Kasten rechts neben den Suchergebnissen speist – mit Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und Bewertungen. Er ist unabhängig von Ihrer Website: Was dort steht, kommt aus dem Profil, nicht aus Ihrer Seite.
- Wie komme ich in die Top 3 der Google-Kartenansicht?
- Die drei Plätze im sogenannten Local Pack hängen vor allem an drei Dingen: der richtigen Hauptkategorie, identischen Angaben zu Name, Adresse und Telefonnummer überall im Netz, und aktuellen Bewertungen. Eine Garantie gibt es nicht – die Entfernung des Suchenden zu Ihrem Standort fließt immer mit ein und lässt sich nicht beeinflussen.
- Welche Einstellung im Profil ist die wichtigste?
- Die Hauptkategorie. Sie entscheidet maßgeblich, für welche Suchanfragen Sie überhaupt in Frage kommen – „Bauunternehmen“ und „Trockenbauunternehmen“ sind zwei verschiedene Welten. Nebenkategorien helfen zusätzlich, machen eine falsch gewählte Hauptkategorie aber nicht wett.
- Darf ich meine Kunden um eine Google-Bewertung bitten?
- Ja, das ist ausdrücklich erlaubt und der wirksamste Weg zu mehr Bewertungen. Nicht erlaubt ist, Bewertungen zu kaufen oder mit Rabatten zu vergüten. Wichtiger als die reine Anzahl ist ohnehin die Aktualität: Zwölf Bewertungen aus dem letzten Jahr wiegen schwerer als vierzig aus 2019.
- Wie lange dauert es, bis sich ein optimiertes Profil auszahlt?
- Die Ersteinrichtung ist an einem Nachmittag erledigt, sichtbar wird es meist nach vier bis acht Wochen. Local SEO ist langsamer als bezahlte Anzeigen, hält dafür aber an. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: Bewertungen einsammeln, antworten, Fotos nachlegen.